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Skodas neuer Elektro-SUV: so schlägt sich der Enyaq gegen seine Konkurrenten

Der Skoda Enyaq hat weltweites Interesse geweckt. Stunden vor der Weltpremiere fanden sich schon Daten und Fotos zu dem neuen Elektro-SUV im World Wide Web. Glaubt man Skodas Werbung, ist mit dem Enyaq der Stromer mit dem weltweit besten Preis-Leistungsverhältnis auf den Markt gekommen. Wie der Tscheche tatsächlich gegen seine Konkurrenten von Audi, Tesla und Co. abschneidet, lässt sich nur in einem direkten Vergleich feststellen.

Der Skoda Enyaq positioniert sich mit einer Länge von 4,65 Metern und einer Höhe von 1,62 Metern kurz hinter dem Kodiaq, Skodas Flaggschiff-SUV. Audi Q5 und der Jaguar I-Pace spielen in derselben Größenliga. Der Radstand von 2,76 Metern schafft die Voraussetzungen für einen geräumigen Innenraum. Auch beim Kofferraum macht sich das Platzangebot bemerkbar. Mit 585 Litern bietet der Enyaq iV mehr Platz als viele seiner Konkurrenten mit Verbrennungsmotor. Und das, obwohl die Möglichkeiten des MEB-Baukastens (modularer E-Antriebs-Baukasten) noch gar nicht ausgeschöpft sind. Bis zu fünf Meter wären machbar.

Den Enyaq gibt es in fünf verschiedenen Leistungsvarianten und drei Batteriegrößen. Die Einstiegsversion 50iV kommt mit einem Hinterradantrieb. Der Heckmotor wird dabei aus einem Lithium-Ionen-Akku mit 55 kWh (Nutzwert: 52 kWh) gespeist. Mit 109 kW / 148 PS kommt der Enyaq bis zu 340 Kilometer weit. Die Version 60 iV bietet im Vergleich dazu mit 132 kW / 179 PS und 62kWh (Nutzwert: 58 kWh) schon 50 Kilometer mehr Reichweite. Die Maximalleistung der Version mit Heckantrieb liegt bei 150 kW / 204 PS und bringt den SUV bis zu 510 Kilometer weit. Möglich macht dies ein Akku mit 82 kWh (Nutzleistung: 77 kWh).
Darüber hinaus werden zwei Versionen mit Allradantrieb angeboten, die mit 195 kW / 265 PS beziehungsweise 225 kW / 306 PS angetrieben werden.

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei all diesen Versionen auf 160 km/h begrenzt. Mit einer Ladegeschwindigkeit von 125kW bewegt sich der Enyaq im Mittelfeld. Positiv: Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer verbrauchen weniger Strom als konventionelle, was der Reichweite zu Gute kommt.

Das Topmodell der VW-Tochter ist der Enyaq vRS iV und kommt mit zwei Motoren auf eine Reichweite von 460 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit 180 km/h. Von 0 auf 100 geht es in 6,2 Sekunden.

Bei der Innenausstattung bietet der Enyaq einige Neuerungen. Als erster Skoda mit einem Head-Up-Display mit Augmented-Reality-Funktion projiziert er Hinweise direkt auf den Asphalt – zumindest scheint es so. Außerdem besitzt er einen Ausweich-Assistenten, der durch einen Lenkradimpuls Kollisionen verhindern soll. Stauassistent und adaptiver Tempomat arbeiten neuerdings auch in Baustellen zusammen. Sogar in der Stadt soll das System jetzt das Kommando übernehmen können: durch einen cloudbasierten Verkehrsdaten-Austausch kann das System dank Schwarmintelligenz auf Streckenhindernisse reagieren. Auch beim Parken bekommt der Fahrer Unterstützung. Das Auto kann darauf trainiert werden, bestimmte Parklücken selbstständig zu nutzen. Sobald ein Hindernis erkannt wird, soll der Assistent in Zukunft auch beim Rangieren automatisch abbremsen.

Der Innenraum ist ganz im Sinne der Zukunft konzipiert: nachhaltige Materialien und Konnektivität stehen im Vordergrund. Die grundlegende Bedienung erfolgt über einen 13-Zoll-Tourscreen. Fahrerinformationen werden auf einem 5,3-Zoll-Display im Cockpit angezeigt. Die Sitzbezüge sind aus nachwachsender Schurwolle und recycelten PET-Flaschen gefertigt. Der Skoda Enyaq soll ab Anfang nächsten Jahres ab einem Preis von unter 35.000 Euro zu haben sein.

Und wie schlägt sich der Enyaq im Vergleich zu seinen Konkurrenten?

VW ID.4

Der Skoda Enyaq iV teilt sich die Basis-Plattform mit dem Audi Q4 e-Tron und dem VW ID.4. Dementsprechend sind auch die Abmessungen sowie die Motor- und Akku-Varianten sehr ähnlich. Auch der ID.4 startet in einer Konfiguration mit 148 PS und 55-kWh-Akku.

Für den E-SUV von Volkswagen könnten die klassischerweise höhere Ausstattung, die noch hochwertigere Verarbeitung sowie ein früherer Marktstart sprechen. Gegen ihn spricht wohl der Basis-Preis ab 43.329 Euro.

Tesla Model Y

Teslas neuer Kompaktklasse-SUV Model Y wird in Europa wohl erst nach Produktionsstart der geplanten Gigafactory nahe Berlin verkauft. Die verschiedenen Varianten und dazugehörigen Preise für Deutschland sind ebenfalls noch nicht bekannt. In den USA steht die Basisversion mit „Long Range RWD“ für circa 40.000 Euro beim Händler. Der preisliche Unterschied spiegelt sich in 258 PS Motorleistung, einer Ladeleistung von bis zu 250 kW und einer 75-kWh-Batterie wider. Die Reichweite beträgt stolze 540 Kilometer. Die teureren Versionen „Performance“ und „Longe Range AWD“ legen mit bis zu 483 PS nochmal ordentlich Leistung drauf. Damit einhergehend steigt aber natürlich auch der Preis: mindestens 65.000 Euro muss der Kunde hier auf den Tisch legen.

Bei der Performance schneidet das Model Y besser ab als der Enyaq. Im Bereich um 40.000 Euro könnte der Skoda aber trotz weniger Power und relativ niedriger Spitzen-Ladeleistung die Nase vorn haben: Er punktet mit einem früheren Verkaufsstart, bekannten Qualitätsstandards, dem Werkstatt-Netz von Skoda und dem günstigeren Einstiegspreis bei praktisch gleichwertigem Nutzen.

Audi Q4 e-tron

Wie bereits erwähnt, nutzt auch der Audi Q4 e-tron Sportback dieselbe Plattform wie der Skoda Enyaq und der VW ID.4. Größentechnisch unterscheidet er sich kaum von seinen beiden Verwandten. Auch Motorisierung und Reichweite lassen keinen Raum für Überraschungen.

In Sachen Raumkomfort, Ausstattung, Verarbeitung sowie Infotainment und Assistenzsysteme hat der Q4 e-tron jedoch einiges zu bieten. Auch der frühere Marktstart bringt ihn in eine bessere Position. Preislich steht wiederum der Enyaq um einiges besser da: gegen den Basispreis des Enyaq von 35.000 Euro fühlen sich die geschätzten 55.000 Euro für den Q4 e-tron nahezu wie Wucher an. Voraussichtlich bekommt man zu diesem Preis dann aber zumindest einen größeren 82-kWh-Akku.

Hyundai Kona Elektro und Kia e-Niro

Der Hyundai Kona Elektro und der Kia e-Niro waren bis jetzt die heißtesten Anwärter auf den Titel des „Preis-Leistungs-Siegers“ unter den Elektro-SUV. Die Koreaner sind technisch verwandt und kommen im Basis-Modell auf unter 35.000 Euro – genau wie der Enyaq. Geschlagen geben müssen sich die Koreaner aber bei der Akkuleistung, denn der Enyaq schafft mit seinem 55-kWh-Akku um die 50 Kilometer mehr Reichweite als die Koreaner mit ihren 39 kWh. Bei den größeren Versionen könnte das anders aussehen: die koreanischen Elektro-SUVs bekommt man für unter 40.000 Euro mit 204 PS und 64-kW-Akku, der sie bis zu 450 Norm-Kilometer weit antreibt. Ob Skoda seinen Enyaq mit 82 kWh und der gleichen Motorleistung ähnlich günstig anbieten kann, ist derzeit unklar.

Bei der Ladeleistung liegt der Skoda in jeder Version vorn. Niro und Kona laden mit maximal 100 kW, der Enyaq mit 125 kW. Dank der Elektroauto-Plattform MEB von Volkswagen sollte der Enyaq auch wesentlich geräumiger sein als Kona und Niro.

Aiways U5

Die Chinesen haben ebenfalls noch einen ernstzunehmenden Konkurrenten im Angebot: den Aiways U5 gibt es in Deutschland beim Elektronik-Händler Euronics für 37.000 Euro. Für das Geld bekommt man 204 PS und einen 63-kW-Akku, der mit bis zu 90 kW geladen werden kann. Die Reichweite beträgt bis zu 410 Kilometer. Der China-SUV ist 4,68 Meter lang und bietet damit ein ähnliches Platzniveau wie der Enyaq. Design und Verarbeitung machen einen guten Eindruck. Die Wartung des Chinesen übernimmt die weitverbreitete Werkstatt-Kette ATU.

Zumindest auf dem Papier scheinen die chinesischen SUVs echte Alternativen im Reich der elektrischen Kompaktklassen-SUVs zu sein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis unterbietet Volkswagens günstiges Angebot. Ob die SUVs nur Papierhelden sind oder sich auch in der Praxis bewähren, müssen Tests in Sachen Ladeleistung, Reichweite und Zuverlässigkeit noch zeigen.

Fazit

Wer nun den Elektro-SUV mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis baut, kann erst geklärt werden, wenn die E-Autos bei den Autohändlern verfügbar sind und ausgiebig getestet werden können. Der Skoda Enyaq erweitert das Angebot an alltagstauglichen Stromern mit einem günstigen Basis-SUV nach unten und setzt mit den teureren Versionen nicht nur die Koreaner unter Druck.
Das Segment der Kompaktklasse-SUVs boomt insgesamt und die Zahl der familientauglichen Elektroautos wächst auch in diesem Segment stetig an. Kaufpreise von weit unter 30.000 Euro (dank Förderung), Reichweiten von über 400 Kilometer und Ladezeiten von circa einer halben Stunde lassen den Argumenten der Skeptiker kaum noch Raum. Am Ende profitieren davon vor allem die Elektroauto-Käufer.

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