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Getarnter Mercedes-Stromer auf öffentlichen Straßen gefilmt

Ladezeiten der Elektro-S-Klasse überraschen

Vor ein paar Wochen präsentierte Mercedes die neue Version der S-Klasse. Die Luxuslimousine ist mit einem Hybrid-Antrieb ausgestattet und bietet eine rein elektrische Reichweite von 100 Kilometer. Im nächsten Jahr soll auch eine vollelektrische Version mit dem Namen EQS auf den Markt kommen. Der geplante Luxus-Stromer und damit Daimler stehen mächtig unter Erwartungsdruck. Der EQS soll nicht nur die S-Klasse beerben, sondern auch an Teslas Oberklassen-Limousine Model S auf der Überholspur vorbeiziehen. Dabei soll dem fast 500 PS starken Stromer eine Reichweite von 700 Kilometern helfen, mit der er den aktuell reichweitenstärksten Tesla um 90 Kilometer überflügeln würde.

Auch wenn der EQS bisher nur mit voller Tarnung auf deutschen Straßen unterwegs war, wurde er schon beim Laden an öffentlichen Ladesäulen entlang der Autobahn gesichtet. Der deutsche Autoblogger Mark Kreuzer ist einige Stunden lang einer Testgruppe von drei Mercedes EQS mit der Kamera auf der Autobahn gefolgt und hat die Luxus-Stromer anschließend beim Laden gefilmt. 

"Kurz vorm Brenner bin ich dieser Reisegruppe begegnet. Durch Österreich und Italien sind wir dann quasi komplett Kolonne gefahren. Das hat sich einfach so ergeben. Ich habe es nicht drauf angelegt", erzählt Kreuzer in seinem Youtube-Video. Spontan habe er sich dann entschieden, den Elektro-Erlkönigen weiter nach Stuttgart zu folgen. "Die fahren natürlich die typische Elektroauto-Reisegeschwindigkeit von 120 km/h", sagt BMW-Fahrer Kreuzer und seufzt. "Das wird mir schwerfallen, aber im Namen der Wissenschaft für euch mache ich das."

Die Eindrücke seiner EQS-Sichtung präsentierte der Glückspilz auf seinem Blog. Da über den EQS in der Öffentlichkeit noch nicht viel bekannt ist, konnte er sich regen Interesses gewiss sein. Besonders spannend wurde es, als sich die EQS-Modell-Kolonne an eine Schnelladestation begab.

"Wenn sie laden müssen, dann stehe ich mit der Kamera direkt daneben", nimmt sich Kreuzer am Anfang des Videos vor. Und tatsächlich: Die Elektro-Limousinen fahren zu einer EnBW-Schnellladestation am Rande der Autobahn und Kreuzer hält alles mit seiner Kamera fest: Die Testfahrer steigen aus und schließen die Erlkönige am Schnelllader an. Als sie Kreuzer beim Filmen entdecken, reagieren sie unerwartet: Einer der Testfahrer zieht sein T-Shirt hoch und präsentiert seinen Bauch. "Wenn ich so einen 6-Pack hätte, wäre ich vielleicht auch stolz drauf. Aber ob man das so präsentieren muss, naja", kommentiert Kreuzer in seinem Bericht.

Der Blogger setzt sich auf eine Bank an die Raststätte und beobachtet den Ladevorgang der Elektro-Limousinen aus der Ferne.

Da sich Kreuzer sich nicht sicher ist, was die Testfahrer von seiner Video-Aktion halten, filmt er noch schnell das Display der Ladesäulen. In ungefähr 26 Minuten luden die Daimler circa 53 kWh Strom, was den Ladestand auf 84 Prozent klettern ließ. Besonders beeindruckend ist die gute Ladeleistung des EQS. Auch bei fast vollem Akku lädt der Benz immer noch mit etwa 118 Kilowatt. "Das ist 'ne gute Ladeleistung. Die meisten knicken so bei 80 Prozent State-Of-Charge ein", erklärt Kreuzer. Zum Vergleich: Selbst die Ladeleistung des Porsche Taycan Turbo S, immerhin das Automobil mit der höchsten Ladeleistung auf dem Markt, sinkt bei 80 Prozent Ladestand deutlich unter 100 Kilowatt.

Von den an der Ladesäule abgelesenen Werten zieht Kreuzer Rückschlüsse auf die Batteriegröße und Reichweite des EQS. Seiner Berechnungen nach liegt die Akku-Kapazität bei rund 110 kWh und damit ungefähr auf dem Niveau von Teslas Model S. 

Vertraut man seiner Berechnung, fällt auf, dass Daimler mit diesem Akku nur rund 15 kWh Strom pro 100 Kilometer verbrauchen darf, um die versprochene Reichweite von 700 Kilometer zu erreichen. Das geht wohl nur im Schleichtempo. Bei Geschwindigkeiten, wie sie auf der Autobahn üblich sind, müsste der EQS die Klassenbesten Model S und Model 3 von Tesla um 5 kWh pro 100 Kilometer unterbieten.

"Ich vermute jetzt fahren sie nicht mehr mit 120 auf der Autobahn. Wenn sie vollgeladen sind, dann komme ich nicht mehr hinterher", vermutet Kreuzer zum Ende der Ladepause.

Bevor er den Rastplatz verlässt, fasst er die wichtigsten Erkenntnisse des unerwarteten EQS-Treffens zusammen: Spannend war vor allem die konstant hohe Ladeleistung. Im Inneren der Fahrzeuge konnte Kreuzer ein etwa 12 Zoll großes Display im Cockpit erspähen. Äußerlich fielen ihm vor allem die rahmenlosen Türen und die versenkbaren Türgriffe des EQS ins Auge.

"Es ist nicht das erste Mal, dass ich auf meinen vielen Fahrten einem Erlkönig begegnet bin. Aber das sich die Wege eines Erlkönigs und die Geschwindigkeitsprofile so lange überschnitten haben, war auch für mich eine neue Erfahrung." schließt Kreuzer seinen Blog-Eintrag ab. Auf Youtube fügt er noch hinzu, dass die neue S-Klasse ihn aus der Ferne ein wenig enttäuscht hat. Er hofft, „dass der EQS dafür umso besser wird."

 

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