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In Oslo laden Elektroauto-Taxis bald kontaktlos auf

Nicht nur in den USA und einigen asiatischen Ländern wird mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der Elektromobilität gearbeitet – auch in Europa laufen zurzeit diverse hochinteressante Projekte.

Neues Ladeverfahren in Oslo – Norwegen schreitet mit zukunftsweisendem Projekt voran

Norwegen ist einer der europäischen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Bereits im vergangenen Jahr waren in Norwegen rund eine Viertel Million Elektroautos unterwegs, bis spätestens 2024 sollen alle Taxis emissionsfrei fahren. Um das Vorhaben so attraktiv wie möglich zu gestalten, beginnen die Norweger jetzt mit dem Ausbau einer innovativen Ladetechnik.

Das Verfahren des kontaktlosen Ladens selbst ist nicht neu. Jedoch ist dessen Einführung kostenintensiv. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum das kontaktlose Laden bisher nur zögerlich vorangetrieben wurde.

Zumindest in Norwegen soll sich das jetzt ändern. Für Fahrer von Elektroautos ist dies eine sehr erfreuliche Nachricht, denn das kontaktlose Aufladen des Stromers ist sehr bequem. Spätestens im Winter werden die Fahrer von Verbrenner-Autos neidisch auf die E-Auto-Fahrer blicken.

Denn während diese gemütlich im warmen Fahrzeug sitzen bleiben und keinen Finger krumm machen müssen, um ihr Auto aufzuladen, steht der Verbrenner-Fahrer an der zugigen Tankstelle.

Doch bis dahin ist es noch ein Stück Weg. Als erstes kommen die Taxifahrer von Oslo in den Genuss des kontaktlosen Ladens.

ElectriCity - 25 Jaguar I-PACE stehen für das Projekt bereit

Mit dem Projekt "ElectriCity" haben sich die Norweger ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Das kontaktfreie Laden der Elektroautos ist zwar sehr angenehm für den Autobesitzer, stellt jedoch die Betreiber der Ladeinfrastruktur sowie die Autohersteller vor nicht unerhebliche Herausforderungen.

Neben dem US-Tech-Unternehmen Momentum Dynamics und dem Ladesäulenbetreiber Fortum Recharge engagiert sich auch Jaguar Land Rover in dem Projekt in Oslo. Die britische Luxusmarke unterstützt das Projekt "ElectriCity" mit 25 vollelektrischen Jaguar I-PACE, die während des Versuchs dem größten nordischen Taxi-Netzwerk Cabonline zur Verfügung gestellt werden.

"Wir sind extrem stolz auf unsere Erfolgsbilanz im Bereich Elektrifizierung und wir sind bestrebt, den Besitz und die Nutzung von elektrischen Fahrzeugen zu erleichtern. Die Taxi-Industrie eignet sich optimal, um das kontaktlose Laden zu testen [...]. Die sichere, energieeffiziente und leistungsstarke Kontaktlos-Ladeplattform wird für Elektro-Flotten ausschlaggebend sein, da diese Infrastruktur effektiver ist als das Auftanken eines konventionellen Fahrzeugs", erläutert Ralf Speth, CEO von Jaguar Land Rover.

Bereits seit August 2018 beschäftigt sich Jaguar Land Rover durch den Einsatz von mehreren Jaguar I-PACE-Taxis in München damit, wie Elektroautos im harten täglichen Einsatz optimiert werden können.

Unterirdisches Hochleistungs-Ladenetz – Oslo macht Nägel mit Köpfen  

Das weltweit erste kontaktfreie Hochleistungs-Ladesystem für Elektro-Taxis besteht aus mehreren induktiven Ladestreifen, die unterirdisch in den Asphalt eingebracht werden. Die Ladestreifen verfügen über eine Ladeleistung von je 50-75 Kilowatt. Die unterirdischen Ladestationen werden direkt unter den Taxi-Wartplätzen installiert. So können die Fahrer, während sie auf Fahrgäste warten, quasi nebenbei ihr E-Auto aufladen.

Damit die Elektroautos diese Technologie nutzen können, müssen sie natürlich ebenfalls mit der notwendigen Technik ausgerüstet werden. Legt man die Ladeleistung von 50 Kilowatt und eine durchschnittliche Wartezeit der Taxis von etwa sechs bis acht Minuten zu Grunde, dann nehmen die auf Kundschaft wartenden Jaguar I-PACE etwa fünf Kilowattstunden an Energie auf, während sie auf Kunden warten.

Bei einem Verbrauch von 21,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer entspricht dies einer Reichweite von rund 23,7 Kilometer. Das Gute daran ist: Der Taxifahrer kann jederzeit losfahren, ohne erst ein Ladekabel abziehen zu müssen. Der Wermutstropfen: Die Ladeverluste beim Aufladen des Akkus fallen beim kontaktlosen Laden etwas höher aus als an einer Ladesäule oder einer Wallbox. 

Übrigens gibt es auch in Deutschland erste Bemühungen, das Thema kontaktloses Aufladen von Elektroautos voranzutreiben. In Hannover und Köln arbeitet man bereits mit Hochdruck an der Weiterentwicklung des induktiven Ladens. Ähnlich wie bei dem norwegischen Projekt "ElectriCity" will die Stadt Köln das Verfahren zunächst mithilfe von Taxifahrern erproben. Derweil entwickeln Wissenschaftler der Hochschule Hannover die Technologie im Rahmen des Projekts „LaneCharge“ weiter.

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